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Vereinsnachrichten |
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Wien, am 28. Februar 2005 Vereinsnachrichten 01/2005 Liebe Mitglieder und Freunde Die Wissenschaften stehen heute vor gewaltigen Herausforderungen und müssen viel mehr miteinander kommunizieren. Dies gilt nicht allein für die Naturwissenschaften sondern geht weit über diese hinaus – so müssen in diese Überlegungen ganz besonders auch die Sozialwissenschaften und damit die Politik mit eingebunden werden. Das System Erde muss in seiner Komplexität erfasst werden – wir stehen heute vor dem Phänomen Megacities mit 10er Millionen von Einwohnern versus Entvölkerung von großen Gebieten – damit stehen Infrastrukturen und Versorgungspläne vor komplett neuen Herausforderungen welche ein gesamtheitliches Systemdenken erfordern. Die Biosphäre ist zwar als steuernder Faktor bekannt, in den entsprechenden Modellen ist sie noch viel zu wenig berücksichtigt – hier anzusetzen ist eine herausfordernde Aufgabe, welche uns bei unseren Kindern und Kindeskindern zwar kaum eine gute Nachred’ sichern wird, ihr Überleben könnte aber davon abhängen. Geologie und Geowissenschaften im weiteren Sinn spielen bekanntermaßen eng zusammen mit Klimatologie und Meereswissenschaften, diese wieder sind eng mit Biologie verbunden. Wir sehen heute einen globalen Meeresspiegelanstieg von 2 mm/Jahr, wir beobachten aber auch eine Versauerung der Ozeane mit sinkenden pH-Werten in deren Folge Karbonatschaler sich aufzulösen beginnen. Das sind Phänomene, die sich nicht langsam und über viele Generationen entwickeln – sie betreffen uns heute und morgen unmittelbar. Wir sehen uns z.T. verheerenden Naturkastrophen wie Stürmen und Niederschlägen mit folgendem Hochwasser ausgesetzt, denen best möglich zu begegnen ist. Bevorstehende Erdbeben und Vulkanausbrüche sind durch detailliertes Monitoring gefährdeter Zonen innerhalb leider noch viel zu unscharfer Grenzen erkennbar – der Ausbau von Frühwarnsystemen zum Schutz vor derartigen Katastrophen zählt genauso zu den Aufgaben von Geowissenschaftlern wie die Erkundung von Rohstoffen – konventioneller Art wie auch der heute noch unkonventionellen (z.B. Gashydrate in tieferen Meeresbereichen und in der Arktis oder, dzt. noch völlig utopisch, Helium 3 auf dem Mond). Um diesen Anforderungen der unmittelbaren Zukunft gewachsen zu sein, die Lebensbedingungen für die Menschheit unter optimierten Umweltbedingungen zu erhalten bzw. weiter zu verbessern, bedarf es einer starken Kooperation von überregionalen Forschungseinrichtungen mit Universitäten bis hin zu den Schulen und natürlich der Wirtschaft. Mit der Bewusstseinsbildung für Sinn und Wert der Natur aber auch den Möglichkeiten, sich diese nutzbar zu machen, kann nicht früh genug in allen Bevölkerungskreisen begonnen werden, sie darf aber auch nicht "vorzeitig" aufhören! In Deutschland z.B. erfolgt Lobbying für Geowissenschaften im Rahmen von Parlamentarischen Abenden – Treffen von Politikern mit Wissenschaftlern und Industrievertretern auf Bundes- wie auf Landesebene in deren Verlauf Politiker "Patenschaften" für einzelne Themen übernehmen, sich mit diesen auseinandersetzen und sich für deren Unterstützung/Förderung einsetzen. Die Organisation derartiger Veranstaltungen erfolgt durch öffentliche Einrichtungen wie etwa das Koordinationsbüro Geotechnologien in Potsdam im vergangenen November in Berlin oder die Akademie der Geowissenschaften gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesregierung am 17. März 2005 in Hannover. Angesichts der im österreichischen Wissenschaftsministerium gerade gewälzten Überlegungen, einzelne Geowissenschaftliche Universitätsinstitute zu schließen (ich erinnere hier an die in den letzten Vereinsnachrichten angesprochene "Titscher-Studie"), drängt sich doch die Frage auf, ob bzw. inwieweit diese Ausbildungsstätten neben allen akademischen Aspekten und damit verbundenen Rankings im Citation Index auch "bedarfsorientiert" im Sinne der Bewältigung der in Zukunft von der Gesellschaft erwarteten und geforderten Aufgabenstellungen arbeiten. Darum hier nochmals meine Forderung gegenüber der für Wissenschaften verantwortlichen Ministerin Gehrer: ehe an Schließungen gedacht wird, sollte – ähnlich wie in Deutschland – eine umfassende Diskussion der künftigen Position der Geowissenschaften in unserem Lande unter Einbindung aller Betroffenen erfolgen. Darauf aufbauend wären dann Schwerpunkte zu setzen, um zum einen den wissenschaftlichen Standard möglichst zu heben, zum anderern um Österreich auch aus geowissenschaftlicher Sicht "sicherheitspolitisch" abzusichern (Stichworte: Katastrophenprophylaxe, Infrastruktur, Rohstoffsicherung, usw.). Um den Geowissenschaften im öffentlichen Ansehen jenen Stellenwert zu geben der ihnen angesichts ihrer umfassenden Bedeutung für die Gesellschaft gebührt(e), bedarf es neben fundiertem Wissen auch eines stark verbesserten Marketings – hier sind wir Geologen aber wieder selbst gefordert! Viel zu viele Leute wissen zwar, dass "der Strom aus der Steckdose kommt", um das Wissen wie er dorthin kommt, können wir viel beitragen. Da unser Kassier im vergangenen Herbst länger krank war, konnte der Rechnungsabschluss für 2003 in der letzten Generalversammlung nicht vorgelegt werden. Dies und die Entlastung des Vorstandes soll nun in einer außerordentlichen Generalversammlung, zu der Sie herzlich eingeladen sind, am 19. Mai nachgeholt werden. Mit den besten Wünschen für ein persönlich und beruflich erfolgreiches Sommersemester, Ihr * * * * * * * Veranstaltungen* * * * * * * |
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