|
Geschichte |
||
|
|
Jahresbericht für das Jahr 2008Die Österreichische Arbeitsgruppe für die Geschichte der Erdwissenschaften wird von Mitgliedern der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, des Montanhistorischen Vereines für Österreich, der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft, der Österreichischen Paläontologischen Gesellschaft und Einzelpersonen bzw. Institutionen gebildet. Die finanzielle Unterstützung erfolgt einerseits durch Beiträge der Tagungsteilnehmer und andererseits durch großzügige Zuwendungen seitens der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, der Österreichischen Montanindustrie sowie Unterstützungen durch öffentliche Institutionen, wobei insbesondere die Länder Niederösterreich und Wien hervorgehoben seien. Nicht unerheblich ist der Beitrag der Geologischen Bundesanstalt, welche die Drucklegung viele Abstracthefte und Proceedingsbände ermöglichte. Die Österreichische Arbeitsgruppe für die Geschichte der Erdwissenschaften versteht sich auch als Österreichisches Nationalkomitee der INHIGEO (International Commission on the History of Geosciences) und ist führend am Internationalen Symposium zum kulturellen Erbe in den Bergbau- und Geowissenschaften, Bibliotheken – Archive – Sammlungen, tätig. Unter dem Titel "Von Paracelsus bis Braunstingl / Hejl / Pestal, erdwissenschaftliche Forschung in Salzburg im Laufe der Jahrhunderte" fand diesmal an der Universität Salzburg, im Blauen Saal der Naturwissenschaftlichen Fakultät, das 7. Symposion der Arbeitsgruppe statt. Es wurden folgende Vorträge gehalten:
Die örtliche Organisation lag in den bewährten Händen unseres Salzburger Kollegen Wolfgang Vetters (Enkel des Geologen Hermann Vetters). Er gestaltete das Abstractheft und organisierte eine Feldexkursion in das nahe gelegene Bayern. Hier wurde das Naturkunde- und Mammut-Museum in Siegsdorf, Kreis Traunstein, besichtigt. Im Anschluss daran wurde entlang des bayerischen Traunflusses ein Profil im Alttertiär begangen, welches bereits um 1830 Murchison und Kollegen beschrieben hatten. Auf dem Weg zum obligaten Mittagessen wurden Halte entlang der Straße bei Aufschlüssen in der Molasse gemacht. Am Nachmittag kehrte die Gruppe nach Salzburg Land zurück, wo man zu den Obertrumer Seen fuhr. Danach wurde eine Exkursion zu den geologischen Aufschlüssen im Alttertiär von Mattsee und Umgebung veranstaltet. Zum Anschluss der Tagung führte Wolfgang Vetters die Tagungsteilnehmer durch die Salzburger Residenz in den so genannten Toscanatrakt und in die Sala Terrena, wo der Landkartensaal Interesse und Begeisterung erweckte. Im Zuge des abschließenden Business-meetings wurde der langjährige Vorsitzende Tillfried Cernajsek verabschiedet. Nach ihm ist nun Johannes Seidl zum Vorsitzenden bestellt worden. Der scheidende Vorsitzende Tillfried Cernajsek regte im Rahmen der Abschlusssitzung an, für die Errichtung einer Gedenktafel für Hermann Vetters (1880-1941) einzutreten. Diese Anregung soll dem Vorstand der Österreichischen Geologischen Gesellschaft vorgetragen werden. Zusätzlich regte Josef-Michael Schramm, Universität Salzburg, die Gestaltung einer Briefmarke für Hermann Vetters an. Auf Initiative von Frau DI Barbara Vecer wurde eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus (Hansalgasse 3, 1030 Wien) des polnisch-österreichischen Geologen Gejza Bukowski von Stolzenburg (1858-1937) aus Anlass seines 150. Geburtstages am 14. April 2008 feierlich enthüllt. Bukowski studierte an der Wiener Universität Geologie und Paläontologie bei den Professoren Eduard Sueß und Melchior Neumayer. Obwohl er eine Dissertation verfasst hatte und diese auch angenommen wurde, promovierte er nicht! Er trat nur mit dem Absolutorium in die Geologische Reichsanstalt ein, für die er in verschiedenen Ländern der Monarchie tätig war. 1918 verließ er gemeinsam mit seiner Gemahlin Katharina Wien und trat in die Dienste der Polnischen Geologischen Anstalt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1926 tätig war. Eine kleine Arbeitsgruppe bestehend aus Prof. Celal A.M. Sengör, Johannes Seidl, Tillfried Cernajsek und Barbara Steininger befasste sich intensiv mit der Übersetzung der einzigen monographischen Biographie über Eduard Suess, die von V.A. Obrutchew und M. Zotina 1937 in russischer Sprache abgefasst worden war. Die Slawistin Steininger führte die schwierige Übersetzung durch. Diese wurde sodann mit entsprechenden Kommentaren versehen. Das Werk wird von der Geologischen Bundesanstalt in deren Berichten heraus gegeben werden und steht dann auch online zur Verfügung. Die in Österreich erschienene Literatur zur Geschichte der Erdwissenschaften wird von der Bibliothek der Geologischen Bundesanstalt gesammelt und erfasst. Die Titel können auf der Website der Geologischen Bundesanstalt nachgeschlagen werden. Ebenso erfasst die Österreichische Historische Bibliographie (ÖHB) die Arbeiten zur Geschichte der Erdwissenschaften. Aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens will die Österreichische Arbeitsgruppe für die Geschichte der Erdwissenschaften eine umfassende Bibliographie von selbständiger und unselbständiger Literatur ihrer Mitglieder herausgeben, die in der 2009 an der Universität Graz neu begründeten Schriftenreihe Scripta geohistorica publiziert werden soll. |
||
| |
|||