Österreich und das Internationale Jahr des Planeten Erde
Das Internationale Jahr des Planeten Erde (IYPE) wurde von der UNO für das Jahr 2008 proklamiert, jenes von der
UNESCO und der International Union of Geological Sciences (IUGS) ausgerufene Triennium umfasst die Jahre 2007 – 2009.
Österreich hat das IYPE am 6. November 2007 offiziell eröffnet. Im Monat Oktober war der Eröffnung des "Jahres"
bereits eine österreichweite Plakataktion vorausgegangen, wobei dabei das Motto "Geologie ist ..." in den
Mittelpunkt gestellt wurde und mit den drei Plakatsujets "Geologie ist Genuss", "Geologie ist Gefahr"
und "Geologie ist Alles" entsprechend zum Ausdruck gebracht wurde. Die Eröffnungsfeier selbst fand unter der
Patronanz von Bundesminister Dr. Hahn an der Geologischen Bundesanstalt in Wien statt. Nach einer Pressekonferenz wurde
dem zahlreich erschienenen Publikum der "Geo-Atlas Österreich" präsentiert und das monumentale Mosaik
"Reichtum Erde" von Christian Ludwig Attersee unter Beisein des Künstlers vorgestellt. Parallel mit der Eröffnung
wurde auch eine Website für das österreichische "Jahr" installiert. Viele der
geowissenschaftlichen Universitätsinstitute haben auf ihren Websites das IYPE ebenfalls etabliert.
Die höchst gelungene
Festveranstaltung "100 Jahre Österreichische Geologische Gesellschaft" am 23. November 2007 im Naturhistorischen
Museum in Wien stand ebenfalls unter dem Motto "Geologie ist 100 Jahre" und hatte damit einen klaren Bezug zum IYPE.
Als Besonderheit sei erwähnt, dass das IYPE auch in den Opernball (31.1.2008) Eingang gefunden hat, indem das
"Jahr" einerseits ins Programmbuch aufgenommen wurde, andererseits in der Herrenspende, dem Buch
"Creation", mit einer Werbeseite erschien.
Der bisherige Höhepunkt des Jahres 2008 war ein Plakat-Schülerwettbewerb, der im März unter dem Titel
"Geologie !" ausgeschrieben und von der Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Stein- und keramischen
Industrie, und dem Forum Mineralische Rohstoffe finanziert wurde. Die Teilnahme übertraf alle Erwartungen und die
Preisverleihung fand am 15. April 2008 in der Aula der Wissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
mit ca. 400 Gästen unter Teilnahme verschiedener Ministerialen, sowie Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft statt.
Weiters konnte das österreichische "Jahr" eine gemeinsame Plattform zwischen der European Geosciences Union (EGU)
und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Zuge der Generalversammlung in Wien etablieren.
Dies führte u.a. dazu, dass die EGU 2009 wieder in Wien stattfinden wird. Damit in Verbindung soll das Kunstprojekt von
Angie Rattay "Gebrauchsinformation für den Planeten Erde" erwähnt werden, das aus 4 Beipacktexten zum korrekten
Umgang mit unserem Planeten besteht – einer davon behandelt die Litho- und Pedosphäre. Jeder der über 8600 Teilnehmer an der
EGU-Tagung erhielt eine solche Gebrauchsinformation als Sonderedition der EGU.
Neben diesen Großereignissen soll nicht unerwähnt bleiben, dass es bisher eine Unmenge von kleineren Aktivitäten im Rahmen
des "Jahres" gegeben hat, wie eine Vielzahl von Artikeln in diversen Printmedien sowie von Rundfunkberichten.
Ebenfalls standen eine Reihe von nationalen und internationalen Tagungen unter dem Motto des österreichischen
"Jahres", z.B. "Geologie ist Quartär" (DEUQUA Tagung 2008) und "Geologie ist Boden"
(EUROSOIL 2008). Zuletzt soll natürlich der Hinweis auf das jüngste nationale Tagungsereignis "Pangeo
Austria 2008" in Wien nicht fehlen, das mit dem Motto "Geologie ist Zukunft" den jüngsten Höhepunkt
darstellt. Die Vielzahl von Aktivitäten wurde durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft und
Forschung ermöglicht, für logistische und personelle Unterstützung sei der Geologischen Bundesanstalt gedankt.
Unter den Personen, die die österreichischen Aktivitäten
im IYPE besonders betrieben haben, sei insbesondere Hr. Mag. T. Hofmann (GBA Wien) genannt, der wesentlichen Anteil am
Erfolg hat.
Werner E. Piller, Vorsitzender des ÖNK für Geowissenschaften
Vereinsnachrichten 02/2008
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